Vulkaneifel Leseprobe - page 9

Heimat hautnah.
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LAND UND LEUTE
Die Schlachtung, die aus Qualitätsgründen nur von Ende
September bis Mitte Dezember erfolgt, wird möglichst „stress-
arm und tiergerecht“ durchgeführt. Vom nahegelegenen
Schlachthof wird das Fleisch zu einer Metzgerei in der Region
gebracht. Dort hängt es mindestens zwei Wochen ab und
wird für den Verkauf portioniert, aber auch zu Wurst verar-
beitet. Von Fleischwurst, über Mettwurst, Pfeffersalami und
Pizzawürstchen reicht die Palette der Produkte. Das Fleisch
der Hochlandrinder ist fein marmoriert, deutlich ärmer an
Cholesterin und reicher an wertvollen Omega-Fettsäuren als
herkömmliches Rindfleisch. Geschlachtet wird bei Kreuter
immer erst, wenn die Kunden entsprechend geordert haben,
sodass mindestens zwei Tiere komplett verkauft sind.
Kreuter ist überzeugt von nachhaltigem Wirtschaften.
„Es darf nicht nur kurzfristige Gewinnmaximierung sein.
Ich baue lieber langsam, solide und bedacht auf. Es geht nicht
um die Ware, es geht um unsere Tiere und um unsere Natur“.
Zudem hilft die Biolandwirtschaft auch die Qualität des
Mineralwassers zu sichern. Denn auf den Flächen der Quell-
orte wird ausschließlich Heu gemacht, ohne Verwendung von
Kunstdüngern oder Pestiziden.
Infos:
ten Inseln. Die Rasse wird seit mehr als 150 Jahren ohne Ein-
kreuzung von fremdem Blut in unveränderter Form gezüchtet.
Das schottische Hochlandrind ist eine alte Haustierrasse, die
ungeeignet für die moderne Massentierhaltung ist. Das klein-
wüchsige und relativ leichte Hochlandrind gilt als gutmütig,
robust und langlebig. Es kann auch auf Böden grasen die
schwerere Rinder nicht mehr beweiden können. Zudem kalbt
es leicht und ohne menschliche Hilfe.
Die Herde von Hermann Kreuter trägt den Namen „Von den
Vulkaneifel-Wiesen“ und wird wie in Schottland ganzjährig
draußen gehalten. Die Ernährung ist schlicht und einfach:
Gras, Heu und Silage stehen auf dem Speiseplan. Das Futter
wird ausschließlich auf dem 150-Hektar-Hof produziert. Die
Herde lebt im Familienverbund zusammen. Die Kälber werden
erst nach 10 Monaten aus der Herde genommen und nach
Bullen und Rindern getrennt. Die Bullen landen im Alter von
rund zwei Jahren beim Schlachter. Die Rinder bleiben für
die Nachzucht auf dem Hof. Mit der Herde leben die beiden
Bullen Orkan und Aragon, die für den Nachwuchs sorgen. Der
wird übrigens im Herdbuch des Züchterverbandes geführt.
Neben selbst produziertem Gras, Heu und Silage
verwöhnt Hermann Kreuter (Foto oben links) seine Tiere
manchmal mit Brot aus der nahe gelegenen Bio-Bäckerei.
Rechts oben:
Die Kälber wachsen bei den Mutterkühen auf der Weide auf.
Fotos: Klaudia Kretschmann (2), Niklas Mathey (2)
1,2,3,4,5,6,7,8 10,11,12
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