Vulkaneifel Leseprobe - page 4

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Heimat hautnah.
Unterhalb des Döhms, dem bewaldeten Lavaberg im Hintergrund, liegt der Dreiser Weiher.
In diesem Trockenmaar entspringt die Quelle, die das Mineralwasser Dreiser Sprudel liefert.
Dreiser Weiher – ein irreführender Name.
Denn es handelt sich hierbei nicht um ein kleines stilles
Gewässer, sondern um das zweitgrößte Maar der Eifel.
Die Vulkaneifel ist berühmt für ihre fast kreisrunden
Seen, die die Landschaft prägen. Oft werden sie auch
die Augen der Eifel genannt.
Diese Seen nennt man Maare. Der Begriff Maar stammt
aus dem Volksmund, und es wird vermutet, dass er sich
vom lateinischen ‚mare‘ – Meer – herleitet.
Heute wird die Eifeler Bezeichnung international für
diesen speziellen Vulkantyp verwendet.
Es gibt in der Vulkaneifel diese typischen Maare, die mit
Wasser gefüllt und so für jeden sichtbar sind, es gibt aber
auch sogenannte Trockenmaare. Das sind Maare, die mit der
Zeit verlandet sind, oder, wie der Dreiser Weiher Anfang des
19. Jahrhunderts, von Menschen trocken gelegt wurden.
Aber wie entstand dieses Maar? Der zentrale Teil der Eifel hat
sich in den letzten 500.000 Jahren um mehr als 250 Meter ge-
hoben. Die Ursache dafür war eine Hitzeanomalie im oberen
Erdmantel in rund 100 Kilometer Tiefe. Die Hitze verursachte
eine Aufwölbung der gesamten Erdkruste, und schließlich
rissen auch Klüfte bzw. Spalten bis tief in die Unterkruste auf.
Durch den plötzlichen Druckabfall, der so am Boden der
Spalten entstand, schoss das 1200 Grad heiße Magma nach
Fotos: Dominik Ketz, GesundLand Vulkaneifel
Der Dreiser Weiher
Heimat des Dreiser Sprudels
1,2,3 5,6,7,8,9,10,11,12
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